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  • Pressemitteilung vom 2. Oktober 2018

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SteinmetzDeutschland braucht einen besseren Rahmen für die Fachkräftezuwanderung

Der Deutsche Landkreistag hat sich nach der Sitzung seines Präsidiums im Landkreis Deggendorf für mehr qualifizierte Zuwanderung ausgesprochen. Präsident Landrat Reinhard Sager sagte: „Vor allem Handwerk und Mittelstand sind auf Fachkräfte angewiesen, auch und gerade in den ländlichen Räumen. Nötig ist ein besserer Rahmen, in dem qualifizierte Zuwanderung künftig stattfinden kann. Wir hinken an dieser Stelle bislang noch erheblich hinterher. Die Bundesregierung muss daher zügig das von ihr angekündigte Gesetz vorlegen."


Die Zukunft des Wirtschaftsstandortes hänge in entscheidendem Maße davon ab, wie gut es gelinge, die Fachkräftebasis zu sichern und zu erweitern. „Bereits heute herrscht in manchen Kreisen und Städten Vollbeschäftigung und damit die Schwierigkeit, für bestimmte Qualifikationen und Branchen qualifizierte Fachkräfte zu finden." Daher sei es richtig, wenn die Bundesregierung ihr Fachkräftekonzept neu ausrichte und auf drei Bereiche konzentriere: die inländischen, die europäischen und die internationalen Fachkräftepotenziale.

Dies gelte gerade auch für die stark von Mittelstand und Handwerk geprägten ländlichen Räume, die für über 50 % der deutschen Bruttowertschöpfung stehen. „Anders als in der Vergangenheit kann die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt nicht vorrangig auf Hochqualifizierte beschränkt werden. Vielmehr benötigt Deutschland auch im nicht akademischen, handwerklichen und pflegerischen Bereich zusätzliche Arbeitsmarktmigration", so Sager.

Klar ablehnend bewertete er allerdings mit Blick auf ein Eckpunktepapier des Bundesinnenministeriums, dass Drittstaatsangehörigen die Möglichkeit eines befristeten Aufenthalts zur Arbeitsplatzsuche eingeräumt werden soll: „Stattdessen sollte die Arbeitsplatzsuche – genauso wie das Erlernen der deutschen Sprache – bereits im Ausland erfolgen. Sollte davon in Ausnahmefällen abgewichen werden, gilt es dies an klare und überprüfbare Bedingungen zu knüpfen und zeitlich strikt zu befristen", sagte er. Zu einer Einwanderung in die sozialen Sicherungssysteme dürfe es nicht kommen.

Schließlich sprach er sich dafür aus, in die geplante Strategie zur Fachkräftegewinnung nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kommunen einzubeziehen: „Es geht um ganz konkrete Fachkräftebedarfe vor Ort und auch um die Besetzung von Arbeitsplätzen im kommunalen Bereich, z. B. in Verwaltungen oder bei kommunalen Unternehmen. Von daher muss dieser Aspekt miteinbezogen werden."


Bild: esebene – Fotolia.com




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