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  • Gute Beispiele aus den Landkreisen

In vielen Landkreisen gibt es gebündelte Verantwortlichkeiten, Stabsstellen und Kooperationen zwischen unterschiedlichen Fachbereichen zur Versorgung und Integration von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen.


Hohenlohekreis und Main-Tauber-Kreis: Integrationsnetzwerk

Das Integrationsnetzwerk Hohenlohe-Main-Tauber (INW) entwickelt und erprobt in einem Kooperationsverbund ein Modell für die Aktivierung und Integration von Asylbewerbern/-innen und Flüchtlingen in den Arbeitsmrakt, in die Ausbildung und die Schulbildung. Das INW ist mit lokalen und regionalen Betrieben, Bildungsträgern, Vereinen und Ehrenamtlichen eng verzahnt und eingebunden in das Hohenloher Integraionsbündnis 2025 sowie in das Aktionsbündnis Integration Main-Tauber-Kreis.

Landkreis Mainz-Bingen: Flüchtlinge helfen Flüchtlingen

Im Kreis Mainz-Bingen startet das JobCenter das Projekt „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen". Jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat steht Mohammad Al Younes im JobCenter in Ingelheim - ohne vorherige Anmeldung - in Zimmer 231 für Fragen und Beratungen von 14 bis 16 Uhr zur Verfügung. Im zweiten Schritt sind Sprechstunden mit Multiplikatoren - auf Ehrenamtsbasis - in den Verbandsgemeinden und Städten geplant.

Der 38-jährige Syrer kennt die Schwierigkeiten, sich in einer neuen Umgebung einzugliedern nur zu gut. 2014 flüchtete er unter abenteuerlichen und tragischen Umständen aus Damaskus, Schließlich kam er nach Deutschland, erhielt hier viel Unterstützung von den Integrationshelfern in Guntersblum, lernte in kurzer Zeit die Sprache. Er unterstützte zunächst ehrenamtlich andere Flüchtlinge, übersetzte, half ihnen, sich hier zu Recht zu finden. Und so wurden Mitarbeiter des JobCenters Mainz-Bingen auf ihn aufmerksam. Er bekam das Angebot, als Fachassistent der Eingangszone im Büro für Flüchtlingsangelegenheiten zu arbeiten und bei Bedarf mit seinen Sprachkenntnissen zu unterstützen. Daraus entstand das Projekt Flüchtlinge helfen Flüchtlingen.

Werra-Meißner-Kreis: Film- und Fotoprojekt
Der Werra-Meißner-Kreis hat einen Masterplan Integration erstellt und viele Aktivitäten zur Integration realisiert. Diese Aktivitäten wurden filmisch und fotografisch begleitet und dokumentiert. So sind mehrere Beiträge entstanden, die das Miteinander von Geflüchteten, Ehrenamtlichen und Entscheidungsträgern aus Integrationsprojekten und aus der Politik deutlich machen.

Die Beiträge wurden bei Veranstaltungen des Landkreises vorgeführt und sind zudem auf einer Videoplattform bereitgestellt. Dies schafft Öffentlichkeit für gute Beispiele gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Bodenseekreis: JugendBerufsLotsen
In dem Projekt der „JugendBerufsLotsen am Übergang Schule – Beruf im Bodenseekreis" werden bildungsbenachteiligte Jugendliche durch Ehrenamtliche beim Übergang von der Schule in die Ausbildung begleitet. Die Durchführung von Berufsorientierung und Berufsvorbereitung sowie eines individuellen Coachings in der ersten Ausbildungsphase mit neuen methodischen Ansätzen ermöglicht eine effektive und zielgerichtete Vorbereitung und Vermittlung der Jugendlichen in Ausbildung oder Beschäftigung.

Individuelle Unterstützung erhalten die Jugendlichen durch eine auf sie zugeschnittene Berufswegeplanung, Kompetenzfeststellung, Bewerbungstraining, Praktika, Sozialtrainings, Ausprägung von Schlüsselqualifikationen, Suchtprävention, Krisenmanagement und geschlechtsspezifische Angebote. Spezielle Lotsen für junge Neuzuwanderer und Flüchtlinge geben dieser Zielgruppe Einzelfallhilfe bei schulischen Fragen und individuellen Problemlagen. Sie bieten eine sozialpädagogische Begleitung im Rahmen der Sprachförderung in der VABO-Klasse, diverse Gruppenangebote für gemeinsame Aktivitäten und eine erste Berufsorientierung.

Burgenlandkreis: Berufliches Integrationszentrum für Ausbildung und Arbeit für Asylbewerber und Flüchtlinge
Dieses ESF-geförderte Projekt führt der Burgenlandkreis in Kooperation mit verschiedenen Bildungsträgern, dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit durch. Ziel ist es, Asylbewerber und Flüchtlinge in reguläre Beschäftigung und Ausbildung zu integrieren. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die berufliche Kompetenzfeststellung, Qualifizierung und ein berufsbezogenes Sprachtraining gelegt.

Zu Beginn der Maßnahme steht eine Arbeitserprobung in verschiedenen Bereichen an, die z.B. in der Werkstatt der Internationaler Bund IB Mitte gGmbH stattfindet. Hier beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der handwerklichen Arbeit mit verschiedenen Materialien oder erproben die Arbeit im Einzelhandel. Darauf folgt ein bis zu dreimonatiges Berufspraktikum in einem Betrieb des lokalen Arbeitsmarkts, dessen Ziel die Übernahme in eine reguläre Ausbildung ist. Begleitet werden die Phasen durch intensive Sprachkurse und individuelles Sprachtraining. Die individuelle Betreuung durch Coaches erfolgt über das gesamte Projekt hinweg.

Landkreis St. Wendel: Kurs zu Aufgaben der Jobcenter
Der Landkreis St. Wendel veranstaltet einen Kurs für Flüchtlinge, in dem erklärt wird, welche Aufgaben das Jobcenter hat und worauf die Flüchtlinge besonders achten müssen. Die Migrations- und Beschäftigungscoaches des Landkreises erklären hier den Aufbau des Jobcenters und die unterschiedlichen Aufgabengebiete: Geldleistungen und Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Zudem wird vermittelt, welche Rechte und Pflichten die Kunden des Jobcenters haben. Ein besonderer Schwerpunkt wird darauf gelegt, zu verdeutlichen, wann Anträge gestellt werden müssen und wie dies geschieht. Die Coaches helfen zudem dabei, Anträge bspw. mit Angaben zur Schulbildung auszufüllen. Der Kurs bedient sich einer möglichst leicht verständlichen Präsentation mit vielen Symbolen. Zudem werden die Aussagen, wenn nötig ins Arabische übersetzt.

Landkreis Nordhausen: Berufliche Einstiegsqualifizierung von Flüchtlingen
Die Autohausgruppe Peter umfasst 24 Autohäuser in Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Am Standort Nordhausen bereiten sich 14 Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und dem Irak in einem halbjährigen Praktikum auf die Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker vor.

Geschäftsführer Helmut Peter machte das Integrationsprojekt zu seinem persönlichen Thema. Er hält den engen Kontakt zur Agentur für Arbeit Nordhausen, die das Projekt von Beginn an unterstützte. Die Flüchtlinge erwarben im Praktikum sowohl handwerkliche Grundfertigkeiten als auch Kenntnisse über Arbeits- und Betriebsabläufe. Wichtig war dem Geschäftsführer ebenso die Vermittlung von Kompetenzen und Werten im zwischenmenschlichen Bereich, wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ordnung. Tägliche Sprachkurse legten die Grundlagen für das Erlernen der Umgangssprache.

Der Ausbildungsleiter vom Autohaus Peter steht für die Praktikanten jederzeit als Ansprechpartner bereit. Im August 2016 begannen 15 Flüchtlinge ihre Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in der Autohaus-Peter-Gruppe und bilden eine eigene Berufsschulklasse. 12 von ihnen haben auch bereits die Einstiegsqualifizierung besucht. In der Berufsausbildung hat der Erwerb des Fachwortschatzes Priorität.

Landkreis Kusel
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Beschäftigungspilot für Flüchtlinge
Das Projekt Beschäftigungspilot des Interkulturellen Kompetenzzentrums Rheinland-Pfalz (IKOKU), einer gemeinnützigen GmbH des Landkreises Kusel, unterstützt Flüchtlinge, die im Landkreis leben, deren Asylantrag aber noch nicht bewilligt wurde, dabei, sich dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt anzunähern. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie, der Bundesagentur für Arbeit, dem Landkreis Kusel und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Die Teilnehmer des Beschäftigungspilots durchlaufen mehrere Module, während derer sie auf eine Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt vorbereitet werden: Im ersten Modul werden die Kompetenzen der Teilnehmer erfasst. Modul zwei vermittelt grundsätzliche Informationen über den deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt. In Modul drei übernehmen die Mitarbeiter von IKOKU eine Lotsenfunktion bei den ersten Schritten auf dem Weg in Ausbildung und/oder Arbeit. Im abschließenden Modul vier werden die verfügbaren Angebote zur Integration in Ausbildung und/oder Arbeit transparent dargestellt. Zudem arbeitet das Projekt intensiv mit diesen Anbietern zusammen, sodass eine Weitervermittlung der Teilnehmer möglich ist.

Bodenseekreis: VABO-Lotsen
In dem Projekt „VABO-Lotsen. Brückenbau für junge Flüchtlinge und Neuzuwanderer" sollen junge Flüchtlinge und Neuzugewanderte durch die Arbeit der Lotsen auf eine schulische und berufliche Ausbildung vorbereitet werden.

Die VABO-Lotsen sind an den beruflichen Schulen des Bodenseekreises aktiv und stärken die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens, um deren Selbständigkeit zu fördern. Durch diese Unterstützungsleistungen sollen die Flüchtlinge und Neuzugewanderten auf eine schulische und berufliche Ausbildung vorbereitet und die soziale Integration gefördert werden. Durch die individuelle Begleitung erhalten die Jugendlichen passgenaue Angebote wie Kommunikations- und Interkulturelle Trainings, Sprachförderung, Bildungsberatung und Sozialtrainings, Berufsorientierung und Profiling sowie eine Heranführung an das Gemeinwesen, wie Sport- und Musikvereine. Darüber hinaus gibt es gemeinsame Aktivitäten und Gruppenangebote. Die VABO-Lotsen fungieren als Vermittler zwischen Schülern, Schule und Lehrerschaft sowie weiteren Institutionen und sind direkter Ansprechpartner in den Schulen für die Jugendlichen.

Landkreis Osnabrück: Profiling des Migrationszentrums
Der Landkreis Osnabrück bündelt in seinem Migrationszentrum alle seine Aktivitäten zur Integration. Dabei führen unter anderem für diese Aufgabe geschulte Berater Erstgespräche mit den Asylbewerbern. Zu Beginn jedes Gesprächs wird ein Profil erstellt, das Basis für alle weiteren Maßnahmen der Integration ist. Beim Profiling werden sowohl Stammdaten als auch Informationen zur bisherigen Berufserfahrung, absolvierten Sprachkursen, Fremdsprachenkenntnissen oder zum Vorhandensein eines Führerscheins erfasst.

Zum Abschluss unterschreiben die Asylbewerber eine Einwilligung zur Weitergabe der Daten an konkret benannte Einrichtungen zur beruflichen Integration. Die Einwilligung ist in mehrere Sprachen übersetzt, so dass Geflüchtete ohne deutsche Sprachkenntnisse informiert zustimmen können. Die Einwilligung ermöglicht die datenschutzkonforme Weitergabe der Profildaten an die betreffenden Einrichtungen.

Landkreis Osnabrück: Projekt KIM
Beim kooperativen Integrationsmanagement für Migranten (KIM) bündelt der Landkreis Osnabrück die Koordination der integrations- und arbeitsmarktbezogenen Sprachkurse (ESF-BAMF-Kurse) – auf Seiten der Kursträger und auf Seiten der Teilnehmenden – und ermöglicht damit eine effektive Zusammenführung von Bedarfen und Angebot. Das KIM-Angebot wird in Trägerschaft der Maßarbeit kAöR realisiert, zu der neben der kommunalen Arbeitsvermittlung als Optionskommune auch das Migrationszentrum sowie das Übergangsmanagement Schule-Beruf gehören.

Die Teilnehmenden der Sprachkurse haben in KIM eine Ansprechstelle, die sich für sie schnell und unbürokratisch um die Zuweisung in einen Integrationskurs kümmert. Die Sprachkursträger haben den Vorteil, dass sie durch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis selbst keine Wartelisten führen müssen. Außerdem werden durch den koordinierenden Überblick dort Kurse initiiert, wo entsprechende Bedarfe sind. Die Gefahr, dass ein Kurs wegen zu geringer Teilnehmerzahl verschoben wird oder nicht zustande kommt, wird so verringert.

In der begleitenden Koordinierungsgruppe zu KIM, die sich regelmäßig trifft, sind alle wesentlichen Akteure vertreten: das BAMF, die Bedarfsträger, die Sprachkursträger, die Ausländerbehörde, Wohlfahrtsverbände, der Integrationsbeauftragte und das Migrationszentrum. Durch die Einbindung einer Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit in das KIM-Angebot können auch Anträge auf vorzeitigen Kursbeginn für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive unbürokratisch für die Teilnehmenden abgewickelt werden. Darüber hinaus wird auch die am Anfang stehende Zuführung zur Spracheinstufung durch KIM koordiniert.

Landkreis Osnabrück
: Sprach- und Kommunikationsmittlung (SPuK)
SpuK Sprach- und Kommunikationsmittlung ist ein Dienstleistungsangebot für den Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich in der Region Osnabrück durch den Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V. Es ist ein Angebot zur Verbesserung der sprachlichen Verständigung zwischen den Mitarbeitern von Einrichtungen dieser Bereiche und ihren Kunden, Patienten, Ratsuchenden und Nutzern sowie deren Angehörigen. Die Sprach- und Kommunikationsmittelnden nehmen als unabhängige dritte Person an Gesprächen teil. Durch ihren Einsatz können auch schwierige Inhalte transportiert werden, ohne Scham- und Belastungsgrenzen zu überschreiten, so wie es oft der Fall ist, wenn Kinder oder Angehörige als Dolmetscher agieren.

Das Osnabrücker Netzwerk SpuK Sprach- und Kommunikationsmittlung besteht zurzeit aus über 60 Frauen und Männern verschiedener Herkunftsländer und bietet Sprach- und Kommunikationsmittlung in mehr als 35 Sprachen. Für die Tätigkeit als Sprach- und Kommunikationsmittelnde ist eine mündliche Sprachbeherrschung mindestens auf dem Niveau der Stufe B2 des europäischen Referenzrahmens notwendig und sollte sich nach Möglichkeit der Stufe C1 annähern. Die Sprach- und Kommunikationsmittelnden werden regelmäßig durch Fortbildungen qualifiziert.

Landkreis Osnabrück: SPRINT – Sprach- und Integrationsprojekt für jugendliche Flüchtlinge
Einige berufsbildende Schulen im Landkreis Osnabrück realisieren das vom niedersächsischen Kultusministerium entwickelte SPRINT-Modellprojekt, das jugendlichen Flüchtlingen in modularisierter Form hilft, Sprachbarrieren abzubauen und mit der Berufs- und Arbeitswelt vertraut zu werden. das Projekt baut damit eine Brücke zwischen auslaufender Schulpflicht und Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt.

Durch die Ausweitung der Zielgruppe wird sich nunmehr nicht mehr auf Schulpflichtige beschränkt. Auch junge Menschen bis zum 21. Lebensjahr können teilnehmen. Auf diese Weise werden die Kompetenzen der jeweiligen Partner optimal vernetzt. Das Projekt SPRINT gliedert sich in drei Module: Spracherwerb, Einführung in die regionale Kultur- und Lebenswelt und Einführung in das Berufs- und Arbeitsleben. Die Vermittlung der deutschen Sprache steht im Zentrum. Die anderen Module sollen deswegen so gestaltet werden, dass die erworbene Sprachkompetenz anwendungsbezogen trainiert werden kann.

Mit Berücksichtigung der regionalen Ressourcen und Möglichkeiten, entwickeln die berufsbildenden Schulen eigenverantwortlich die Inhalte bzw. Förderpläne, die aufgrund der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit und Voraussetzungen der Jugendlichen sehr individuell sein können. Zum Ende des Projekts werden berufliche Praktika eingebunden. Die Dauer eines Durchganges beträgt maximal ein Jahr. Der Wechsel in das Regelangebot der berufsbildenden Schulen ist jederzeit, auch für nichtschulpflichtige Jugendliche, möglich. Im Landkreis Osnabrück machen die berufsbildenden Schulen sehr gute Erfahrungen mit der Umsetzung dieses Programms.

Bodenseekreis: Vermittlung von passenden Sprachkursen
Das Landratsamt des Bodenseekreises koordiniert die Maßnahmen zur Sprachförderung. Asylbewerber und Personen mit Duldung werden in Sprachkurse etablierter Träger sowie an Honorarkräfte vermittelt. Des Weiteren werden Ehrenamtliche mit kostenfreien Unterrichtsmaterialien vom Landkreis ausgestattet. Die Flüchtlingssozialarbeiter vor Ort fragen den vorhandenen Bildungs- und Sprachstand ab und nehmen die Kontaktdaten auf.

Der Bodenseekreis hat zu einer bestmöglichen Zuweisung in Sprachkurse eine Übersicht entwickelt, für welche Gruppe von Asylbewerbern und geduldeten Personen welches Sprachkursangebot zur Verfügung steht. Dies unterstützt die Koordination der Sprachförderung und hilft, das bestmögliche Angebot für die Asylbewerber zu finden.

Kreis Segeberg: Sprachkursangebot der VHS Bad Segeberg
Die Volkshochschule Bad Segeberg e.V. ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Kinder-, Jugend-, Erwachsenen- und Weiterbildung. Die vhs bietet Angebote für das gesamte Umland und berät zudem weitere vhs in der Entwicklung von Angeboten. Die vhs Bad Segeberg hat schon zum Beginn des steilen Anstiegs von Flüchtlingen Anfang 2015 begonnen, ein Konzept für Sprachkurse zu entwickeln. Die VHS hat sowohl einen detaillierten Überblick aller Anbieter von Sprachkursen entwickelt, als auch die jeweiligen Formate skizziert.

Kreis Siegen-Wittgenstein: Sprachferienkurs für Flüchtlingskinder
Im Kreis Siegen-Wittgenstein haben in den Sommerferien 2016 100 Schüler ab der 8. Klasse, die in den letzten Monaten als Flüchtlinge und Zuwanderer nach Deutschland gekommen sind, freiwillig an zusätzlichen Deutschkursen teilgenommen. Das Kommunale Integrationszentrum (KI) und die Kreisvolkshochschule (VHS) Siegen-Wittgenstein hatten gemeinsam die Idee zu diesem Kurs. Um dem großen Interesse an der Teilnahme der Kurse gerecht zu werden, wurde zusätzlich eine Kooperation mit der Stadt Siegen und der Uni Siegen eingegangen.

Die 100 Teilnehmer waren hoch engagiert und mit großem Lerneifer dabei. Die Feriensprachkurse wurden in zwei verschiedenen Niveaustufen durchgeführt. Sie fanden vier Wochen lang montags bis donnerstags statt und umfassten drei Unterrichtsstunden pro Tag. Zu Beginn der Kurse wurden die Deutschkenntnisse der Schüler durch Mitarbeiter der VHS getestet, damit die Teilnehmer einem Kurs zugeordnet werden
konnten, der ihrem Sprachniveau entsprach.

Im Rahmen des Projektes hatte das Kommunale Integrationszentrum die formale Organisation übernommen: das Bekanntmachen der Kurse an Schulen, die Koordination der Anmeldungen, die Organisation der Räume und das Bestellen der Unterrichtsmaterialien. Die VHS stellte die Dozenten und führte die Kurse in Kooperation mit dem KI durch.

Landkreis Osnabrück: Rahmenkonzept für eine durchgängige Sprachbildung und Sprachförderung
Für die Umsetzung einer passgenauen und anschlussfähigen Sprachbildung und -förderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene hat der Landkreis Osnabrück eine übergreifende Kooperationsstruktur innerhalb der Kreisverwaltung und mit externen Partnern aufgebaut. Kern dieser Kooperationsstruktur sind eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe und die Koordinierungsstelle Sprachbildung und Sprachförderung sowie das externe Fachgremium Sprache.

Die verwaltungsinterne Arbeitsgruppe stellt die organisationseinheitenübergreifende fachliche Abstimmung sicher, entwickelt das Rahmenkonzept entsprechend aktueller Veränderungen und Bedarfe weiter, vergibt Expertise-Anfragen an das externe Fachgremium Sprache und stellt Transparenz innerhalb der Kreisverwaltung sicher.

Das externe Fachgremium Sprache setzt sich aus relevanten Partnern aus dem frühkindlichen, schulischen und Erwachsenenbereich sowie weiteren bildungsbereichsübergreifenden Experten zusammen. Es soll die Kommunikation mit diesen wichtigen externen Partnern sicherstellen und deren Expertise für die kreisweite Sprachbildung und Sprachförderung nutzbar machen. Die Koordinierungsstelle Sprachbildung- und Sprachförderung koordiniert die Arbeit der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe und dem externen Fachgremium. Zudem obliegt ihr die Kontrolle der zur Umsetzung festgelegten Maßnahmen in diesem Bereich. Organisatorisch ist die Koordinierungsstelle der Volkshochschule des Landkreises Osnabrück zugeordnet.

Rahmenkonzept Sprachbildung-Sprachförderung

Landkreis Osnabrück: Best Practice: Sprachkurse für 14- bis 16-jährige Schüler
Um den geflüchteten Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren den Einstieg in den Schulalltag und den Unterricht zu erleichtern, nehmen sie in den ersten drei Monaten der Schulpflicht nicht am Regelunterricht teil, sondern absolvieren stattdessen einen Intensivsprachkurs. Danach werden sie in den Regelunterricht eingegliedert, erhalten aber bei Bedarf zusätzliche Sprachförderung durch flexibel einsetzbare Sprachförderkräfte in Einzelunterricht oder in Kleingruppen. Der zeitnahe und konzentrierte Deutschspracherwerb soll so auch für schulpflichtige Kinder und Jugendliche ermöglicht werden.

Landkreis St. Wendel: Vermittlung von Sprachkursen durch den Migrationscoach
Im Landkreis St. Wendel gehört zu den Aufgaben des vom Landkreis beschäftigten Migrationscoachs auch die Vermittlung der passenden Sprach- und Integrationskurse an die Teilnehmer. Der Migrationscoach führt Gespräche mit allen Flüchtlingen im Landkreis und koordiniert auch die Sprachtests, damit sichergestellt werden kann, dass jeder den passenden Sprachkurs besucht. Für die Alphabetisierungs-, Vorbereitungs- und Integrationskurse koordiniert er die Teilnehmenden und führt Wartelisten. So liegt der Überblick über Angebot und Bedarfe beim Landkreis und eine effektive Koordination ist gewährleistet. Für die möglichst schnelle Vermittlung passender Sprachkurse werden auch die Angebote in anderen Landkreisen und im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz mit einbezogen.

Landkreis Osnabrück: Migrationszentrum
Das Migrationszentrum steht allen Zuwanderern im Landkreis offen: sowohl neu aus dem Ausland zugewanderten Menschen und ihren Familien, als auch Menschen mit Migrationshintergrund, die bereits seit längerem im Osnabrücker Land leben. Ziel der Arbeit des Migrationszentrums ist die langfristige und nachhaltige Integration aller Zuwanderer in Bildung, Ausbildung und Arbeit. Zunächst erfolgt eine umfassende Beratung Neuzugewanderter zur Erstorientierung unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltsstatus.

Eine weitere Aufgabe des Migrationszentrums ist eine zielgerichtete Beratung und bedarfsgerechte Vermittlung in den Bereichen Weiterbildung, Berufsanerkennung und Arbeit auf der Basis der umfassenden Bestandsaufnahme. Hierfür wird eine individuell zugeschnittene Integrationsstrategie entwickelt und in Zusammenarbeit mit allen für die Integration in den Arbeitsmarkt relevanten Akteuren umgesetzt. Falls erforderlich erfolgt eine längerfristige Begleitung der Zuwanderer im Rahmen eines strukturierten Kontaktmanagements.

Das Migrationszentrum dient allen mit Integration befassten Behörden und Einrichtungen als fester Ansprechpartner und Informationsquelle. Nicht nur die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, sondern auch ihre Berater, Begleiter und unmittelbare Ansprechpartner vor Ort (z.B. Integrationslotsen und Ehrenamtliche) können auf das Wissen und die Unterstützung des Migrationszentrums zurückgreifen. Durch die konsequente Kooperation werden Doppelangebote vermieden.

Bodenseekreis: Welcome Guides
Das ehrenamtlich organisierte Asylforum Bodensee setzt bei der Integration hauptsächlich auf Selbsthilfe. So sind viele Beteiligte selbst Geflüchtete, die anderen Geflüchteten das Ankommen und Einleben in Deutschland erleichtern möchten. Auch das vom Bodenseekreis angestoßene Projekt der Welcome Guides wurde von Geflüchteten selbst konzipiert. Hierbei geht es vorrangig um die Aufklärung über Unterschiede im zwischenmenschlichen Umgang, aber auch um das Grundgesetz als Grundlage des Zusammenlebens.

Die Workshops, die vom Bodenseekreis gefördert werden, führen Geflüchtete aus unterschiedlichen Herkunftsländern mit dem Asylforum Bodensee durch. Zwar sind die Referenten selbst erst seit rund einem Jahr in Deutschland, haben jedoch schon ein sehr gutes Verständnis für die kulturellen Unterschiede. So ist eine Gesprächsrunde auf Augenhöhe auf der Basis eigener Erfahrungen möglich. Anhand von Beispielen und Videosequenzen werden den Teilnehmenden kulturelle Auffassungen nähergebracht und diskutiert. Zum Beispiel werden Parallelen zwischen dem Koran und dem Grundgesetz aufgezeigt und auch diskutiert. Veranstaltet werden die ca. dreistündigen Workshops ein- bis zweimal im Monat in den Gemeinschaftsunterkünften des Bodenseekreises sowie den Mitgliedsgemeinden und -städten. Der niedrigschwellige Zugang ohne weite Anfahrtswege ist dabei besonders wichtig für die rege Teilnahme.

Landkreis Kusel: Interkulturelle Lernsoftware „CultureSCOUT"
Das Interkulturelle Kompetenzzentrum Rheinland-Pfalz (IKOKU) wurde 2001 als gemeinnützige GmbH des Landkreises Kusel gegründet und hat seinen Sitz in der dortigen Kreisverwaltung. Ein Projekt von IKOKU ist die interkulturelle Lernsoftware „CultureSCOUT", deren Entwicklung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz gefördert wurde. Unter dem Motto „Andere Kulturen verstehen" verfolgt die CD das Ziel, junge Menschen über die Themen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus zu informieren und für diese Problematik zu sensibilisieren.

Darüber hinaus dient die Lernsoftware der Fortbildung von Schülern im Bereich des Interkulturellen Lernens. Behandelte Themen sind dabei bspw. Kommunikation, Gastfreundschaft oder Kulturschock. Die Schüler sollen so motiviert werden, sich mit anderen Kulturen zu beschäftigen. Zudem werden sie über grundlegende Phänomene anderer Kulturkreise informiert. Vorurteile werden so abgebaut und eine größere Toleranz gegenüber Menschen unterschiedlichster Herkunft geschaffen.

Kreis Segeberg: Mischbar von alleineinboot e.V.
Der ehrenamtliche Verein alleineinboot e.V. setzt sich im Landkreis Segeberg für den integrativen Austausch und den interkulturellen Dialog zwischen der Bevölkerung und den Geflüchteten ein. Ziel ist es, die Bevölkerung mit den Flüchtlingen in persönlichen Kontakt zu bringen, um Ängste und Vorurteile abzubauen.

Besonders gut gelingt dies durch regelmäßige offene Treffen, bei denen sowohl Kontakte geknüpft, als auch kulturelle Unterschiede vermittelt werden können. Für die erfolgreiche Umsetzung von Projekten und die soziale Integration der Flüchtlinge spielt die Vernetzung mit der Kreisverwaltung, Sportvereinen, Bildungsträgern, den Kirchen und Wohlfahrtsverbänden eine essentielle Rolle. Der Landkreis unterstützt den Verein durch die Bereitstellung von benötigten Räumen. Ebenso die Volkshochschule, in der regelmäßig ehrenamtliche Sprachkurse für Flüchtlinge angeboten werden, die keinen Anspruch auf offizielle Sprachkurse haben.

Der Verein alleineinboot, organisiert die Mischbar seit 2014 mit dem Ziel, Alteingesessene mit Zugezogenen zusammenzubringen, um Toleranz und Verständnis füreinander zu fördern. Sie findet seitdem regelmäßig in den Räumen des Jugendcafés in Kooperation mit der Kirchengemeinde Segeberg und des Jugendzentrums, zur Verfügung gestellt durch die Stadt Bad Segeberg, statt. Neben Gesprächen und dem gegenseitigen Kennenlernen bietet die Mischbar auch gemeinsame Aktivitäten, wie Tischkickern, Billiard spielen, Tanz und Gesang.

Landkreis Dahme-Spreewald: Patenprogramm
Auch im Landkreis Dahme-Spreewald besteht ein großes häufig selbstkoordiniertes ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge. Dieses soll in Zukunft durch ein geplantes Patenprogramm vom Landkreis strukturiert und gefördert werden. Das Konzept hierfür erarbeitet der Landkreis gerade mit den Ehrenamtlichen, dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit.

Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der zeitnahen, sicheren und nachhaltigen Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt durch eine starke Betreuung der Ehrenamtlichen. Die ehrenamtlichen Paten informieren die Geflüchteten über Arbeit, Ausbildung und Studium in Deutschland, leisten Hilfestellung bei Behördengängen, helfen bei der Wohnungssuche und vermitteln zwischen den Geflüchteten und Bildungsträgern. Zudem pflegen sie den intensiven Kontakt zu den Unternehmen vor Ort. Auf diese Weise können sie passende Kandidaten und Unternehmen zusammenbringen. Auch nach der Einstellung sind sie Ansprechpartner für beide Parteien und können so wenn nötig weiterhin zwischen ihnen vermitteln.

Rheingau-Taunus-Kreis: Handreichung für die Flüchtlingsbegleitung
Auf vielfachen Wunsch der ehrenamtlichen Helfer sowie der Mitarbeiter der Verwaltungen hat der Rheingau-Taunus-Kreis eine Handreichung für Helfende in der Flüchtlingsbegleitung erstellt. Der Kreis bietet damit eine Sammlung von Informationen, Kontakten und Hinweisen für die zahlreichen Themen im Bereich der Flüchtlingsbegleitung an. Ziel ist, das Wissen und die Erfahrungen, die in den unterschiedlichen kommunalen Helferkreisen vorhanden sind, kreisweit miteinander zu teilen.Eine monatliche Aktualisierung der Handreichung ist vorgesehen. Alle Helfenden sind dazu aufgerufen, an dieser durch Rückmeldungen mitzuarbeiten.

Main-Taunus-Kreis: Beratungsbüro

Menschen mit Zuwanderungshintergrund im Main-Taunus-Kreis erhalten künftig gebündelte Kompetenz zur Integration. Das neue Integrationsbüro wird vom Kreis gemeinsam mit mehreren anderen Institutionen betrieben. In dem Büro sind die Caritas, das Diakonische Werk, die Arbeiterwohlfahrt, die Volkshochschule und die Schuldnerberatung vertreten. Mit ihnen hat der Main-Taunus-Kreis eine entsprechende Kooperationsvereinbarung geschlossen, die die Aufgabenverteilung regelt.

Gebündelte Kopetenz zur Integration

Landkreis Osnabrück: Wohnraummanagement
Bei 21 heterogenen Städten, Gemeinden und Samtgemeinden mit insgesamt knapp 360.000 Einwohner und einer Fläche, die in etwa der des Saarlandes entspricht, war gerade wegen der Verlagerung der Unterbringungszuständigkeit zugewiesener Asylsuchender vom Landkreis Osnabrück auf seine Kommunen die Implementierung eines gemeindeübergreifenden Wohnraummanagement erforderlich. Der Landkreis Osnabrück erstellte deshalb nach entsprechendem Beschluss in der Bürgermeisterkonferenz ein Intranetbasiertes Tool mit Zugriffsmöglichkeiten für alle Kommunen. Hierüber wird ein tagesaktueller Überblick aller sofort und perspektivisch zur Verfügung stehenden Wohnraumplätze zur Unterbringung von Flüchtlingen – aufgeteilt nach dezentralen Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften – in den kreiseigenen Kommunen sichergestellt.

Dies war und ist nur möglich aufgrund der Verständigung aller Akteure auf eine interkommunale Zusammenarbeit bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Ein Vertrauensverhältnis zwischen allen Beteiligten ist eine unbedingte Voraussetzung für die aktive Mitarbeit aller kreisangehörigen Kommunen, die das Tool regelmäßig aktualisieren und damit kontinuierlich ihre Wohnraumkapazitäten offenlegen. Das gemeindeübergreifende Wohnraummanagement ermöglicht damit im Landkreis Osnabrück unter Abgleich mit der zu erfüllenden Zuweisungsquote eine neue Steuerungsmöglichkeit der Flüchtlingszuweisung und -unterbringung.

Landkreis Dahme-Spreewald: Präventionskonzept "Sichere Flüchlingsheime"

Der Landkreis und die Polizeiinspektion Dahme-Spreewald sowie das Amtsgericht Königs Wusterhausen entwickelten gemeinsam das Präventionskonzept "Sichere Flüchtlingsheime", um Spannungen in Flüchtlingsheimen vorzubeugen, bei Konflikten einen friedlichen Umgang zwischen den Flüchtlingen zu fördern und ein geregeltes Eingreifen der Behörden im Bedarfsfall möglich zu machen.Darüber hinaus wird auch ein Dialog zwischen den Kulturen angestoßen, indem die Rechtsordnung und üblichen Normen, Werte und Verhaltensweisen aufgezeigt und erklärt werden. Dies geschieht durch Vertreter der staatlichen Stellen, wie Polizisten und Richter, die in den Flüchtlingsheimen für offene Gespächsgruppen auf Deutsch und Englich und unter Hinzuziehung von Sprachmittlern zur Verfügung stehen.

Landkreis Nordhausen: Dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen
Die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz vermietet an zwei Standorten in der Stadt Nordhausen 85 von insgesamt 235 Wohnungen an das Landratsamt, um dort 300 Flüchtlinge unterzubringen, die den Rechtskreiswechsel noch nicht durchlaufen haben. In den restlichen Wohnungen wohnen Mitglieder der WBG. Für die soziale Betreuung der Flüchtlinge und die Vermittlung zwischen den Flüchtlingen und den restlichen Mietern, hat der Verein schrankenlos mietfrei Räume in einem der Gebäude von der WBG Südharz zur Verfügung gestellt bekommen. Hauptamtliche Sozialarbeiter begleiten die Flüchtlinge in ihren Asylverfahren und bei der allgemeinen Orientierung in Deutschland.

Zudem werden mit Hilfe von Ehrenamtlichen mehrere Projekte, wie Sportangebote, zur sozialen Integration verwirklicht. Für das friedliche Miteinander in den Gebäuden der WBG Südharz sorgt vor allem das Projekt der „Baubrigade": Flüchtlinge übernehmen hierbei freiwillig regelmäßige Renovierungsarbeiten und Reinigungsaufgaben in den Wohnhäusern und im Wohnumfeld. Auf diese Weise hat sich die Lebensqualität aller Bewohner, deren Häuser in einem sozialen Brennpunkt der Stadt Nordhausen liegen, deutlich verbessert. Zudem finden nun regelmäßig soziale Interaktionen, wie gemeinsame Grillabende, zwischen den Flüchtlingen und den restlichen Bewohnern statt. Nach dem Rechtskreiswechsel können die Flüchtlinge gegebenenfalls die Mietverträge vom Landratsamt übernehmen. So ist eine langfristige Unterbringung sichergestellt und die geschaffenen sozialen Strukturen brechen nicht ab.

Landkreis Dahme-Spreewald: Wohnungsverbund
In Zützen, Ortsteil von Golßen, leben 100 Flüchtlinge und 300 Einheimische. Die Flüchtlinge, ausschließlich Familien, sind in vier Mehrparteienhäusern in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Einheimischen untergebracht. Da es sich bei dem Wohnkomplex zuvor hauptsächlich um Ferienwohnungen handelte und das Inventar übernommen werden konnte, haben die Wohnungen alle einen hohen Standard. Durch die Unterbringung in Wohnungen hat jede Familie einen eigenen Rückzugsort, was das Risiko der Konflikte untereinander verringert. Die Umgebung des Wohnkomplexes ist ländlich geprägt, was insbesondere für die Kinder viele Möglichkeiten zum Spielen bietet. Die hierdurch auftretenden infrastrukturellen Schwierigkeiten werden durch das Engagement von ehrenamtlichen Paten und den Einsatz von öffentlichen (Schul-)Bussen aufgefangen. Das Deutsche Rote Kreuz, das den Wohnungsverbund betreibt, bietet den Bewohnern verschiedene Angebote im Wohnungsverbund, wie Sprachkurse und eine Eltern-Kind-Gruppe.

Landkreis Kassel: Praktika in den Unternehmen vor Ort
Der Landkreis Kassel setzt sich aktiv für die Integration von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ein. Bewährt haben sich Praktika in den Unternehmen vor Ort. Der Bauhof einer kreisangehörigen Kommune hat einen vom Landkreis vermittelten Flüchtling mittlerweile fest angestellt.

Erfolgreiches Integrationsmodell: Praktika für Asylbewerber
Integration beim Heckenschneidern – Syrischer Mitarbeiter im Bauhof Fuldabrück

Ortaunaukreis: Gesamtstrategie Zuwanderung
Die „Gesamtstrategie Zuwanderung" des Ortenaukreises beinhaltet über 60 strategische Maßnahmen und Projekte aus den verschiedensten Bereichen und wurde u. a. vom Landes-Innenministerium als „vorbildlichen Ansatz" gelobt. Als Handlungsfelder greift die Gesamtstrategie die Unterbringung und Weiterverteilung von Flüchtlingen, die Arbeit der gesamten Kreisverwaltung, den Bereich Soziales und Jugendhilfe, die Integration durch Sprache, Bildung und Kultur sowie die Integration durch Arbeit auf.

Kreis Lippe: Integrationsplattform
Der Kreis Lippe hat gemeinsam mit der Netzwerk Lippe gGmbH eine Integrationsplattform erstellt. Sie bietet einen Überblick über die vielfältigen Angebote in den Bereichen Sprachförderung, Qualifizierung, Weiterbildung, Kultur, Religion und Sport, die zur Integration beitragen können. Über die Internetseite der Plattform kann man gezielt nach Integrationsangeboten für bestimmte Altersklassen und Zuwanderungsarten suchen.

Landkreis Lüneburg: Online-Wegweiser für Flüchtlinge
Der Landkreis stellt online einen Wegweiser für Flüchtlinge auf verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Dieser ist von der Startseite des Kreises sofort einsehbar. Der Wegweiser enthält sowohl allgemeine als auch besondere Hinweise. Zu den allgemeinen Hinweisen gehören Informationen und Warnhinweise für den Notfall, wichtige Ämter und Behörden, Hinweise auf Beratungs- und Unterstützungsleistungen, Wohnen, Gesundheit, Sprach- und Integrationskurse, Bildung, Beschäftigung und Arbeit, Einkaufen. Geld und Versicherungen, Mobilität, Religionsgemeinschaften, Sport-, Freizeit- und Kulturangebote, ein Hinweis auf Migrantenorganisationen sowie politische und gesellschaftliche Beteiligung. Unter die Rubrik besondere Hinweise fällt u.a. der Spezialhinweis für Flüchtlinge zur Warnung vor dem Verzehr giftiger Pilze und Beeren.

Landkreis Göttingen: Bausteine einer gelebten Willkommenskultur
"Willkommen Flüchtlinge" ist der Titel eines Handlungsleitfadens, den der Landkreis Göttingen vor dem Hintergrund der rasant steigenden Zahl an Flüchtlingen erarbeitet hat. Grundlage ist das Integrationskonzept, über das der Landkreis bereits seit 2013 verfügt. Die Umsetzung speziell für die Zielgruppe der Flüchtlinge wird mit dem Handlungsleitfaden gewährleitet.

Main-Kinzig-Kreis: Willkommenskultur aufbauen und pflegen
Der Main-Kinzig-Kreis bildet seit über vier Jahren Integrationslotsen aus. Frauen und Männer lernen, wie man Menschen in ihrer Stadt oder in ihrem Dorf helfen kann, die sich in Deutschland und Europa nicht mit den hiesigen bürokratischen Anforderungen zurechtfinden. Die Integrationslotsen helfen beim Gang zum Arzt ebenso wie beim Antrag auf staatliche Hilfe. Sie lotsen durch einen manchmal unüberschaubaren Alltag und senden das Signal aus: Seid willkommen, wir lassen euch nicht allein hier.

Wetteraukreis: Modellprojekt Willkommensbehörde
Seit 2014 nimmt der Wetteraukreis an dem Projekt des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge "Ausländerbehörden - Willkommensbehörden" teil. Die Wetterauer Ausländerbehörde ist die einzige hessische Behörde, die an diesem Projekt beteiligt ist. Ziel des Projektes ist es, die Ausländerbehörden zu befähigen, sich interkulturell zu öffnen, eine Willkommenskultur zu vermitteln und sich somit als Willkommensbehörden zu entwickeln.

  • Veranstaltungshinweise
    • 29. - 30.11.2017


      11. Fortbildungs und Netzwerkkongress für lokales Nachhaltigkeitsengagement
       
    • 24.11.2017


      Informationsveranstaltung zur Afrikanischen Schweinepest
       
    • 29.11.2017


      Die Zukunftsfähigkeit der Einfamilienhausbestände - Problemlagen, Handlungsansätze, Szenarien 2050
       
    • 27. - 28.11.2017


      Tag der kommunalen Jobcenter 2017

       
    • 29.11. - 1.12.2017


      AKNZ Fachkongress zum Betreuungswesen im Bevölkerungsschutz