Der Deutsche Landkreistag hat großes Verständnis dafür, wenn die Unternehmen eine weitere Öffnung von Kitas und Schulen fordern. „Dasselbe fordern arbeitende Eltern – ebenfalls vollkommen zu Recht. Mehr Kinderbetreuung ist aus unserer Sicht von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, die Betriebe wieder hochzufahren und zu geordneten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abläufen zurückzukehren“, sagte Präsident Landrat Reinhard Sager.

Die Kommunen würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um zum Beispiel die Gruppen in Kitas weiter zu vergrößern und alle Klassenstufen wieder zu beschulen. „Der Gesundheitsschutz in Gestalt der Länderregelungen setzt dem aber zur Zeit noch recht enge Grenzen, so dass die Lockerungen durchaus als vergleichsweise langsam empfunden werden können. Auch müssen Erzieherinnen oder Lehrer, die selbst zu Risikogruppen zählen, geschützt werden, was wiederum die Kapazitäten begrenzt.“

Es sei daher nach wie vor Flexibilität auf allen Seiten notwendig. „Wir haben den Krisenmodus mit dem Ende der ersten Infektionswelle nicht verlassen, so dass schrankenlose Normalität unbedingt angestrebt werden sollte, derzeit aber noch nicht umsetzbar ist. Das ist natürlich für Familien und Unternehmen eine Zumutung. Es ist daher weiterhin Anpassungsfähigkeit gefragt, sowohl von Arbeitgebern als auch von Arbeitnehmern. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass flexible Arbeitszeitmodelle, Gleitzeitregelungen und Homeoffice breit zum Einsatz gekommen sind. Aber auch dieser Arbeitsmodus hat seine natürlichen Grenzen.“