Der Präsident des Deutschen Landkreistages Landrat Reinhard Sager hat auf die Ankündigung der Gewerkschaft ver.di, ab Dienstag den öffentlichen Dienst – darunter Kitas – zu bestreiken, mit Unverständnis reagiert: „Die Landkreise lehnen Streiks, vor allem Arbeitsniederlegungen in den Kitas als völlig unverhältnismäßig ab. Es passt überhaupt nicht in die Zeit, die ohnehin fragile, weil unter generellem Coronavorbehalt stehende Kinderbetreuung zum Austragungsort des Arbeitskampfes zu machen. Ich bin mir sicher, die vielen betroffenen Eltern haben dafür ebenso wenig Verständnis.“

Es werde eine Tarifauseinandersetzung auf dem Rücken von Kindern und Eltern ausgetragen, die in dieser Weise klar zu weit gehe. „Die Landkreise verkennen nicht, dass die Erzieherinnen und Erzieher eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe für uns alle erfüllen. Gerade in der Pandemie. Dies wird aber bereits jetzt über eine faire Bezahlung anerkannt.“ Erzieherinnen und Erzieher verdienten im öffentlichen Dienst bereits heute mehr Geld als Handwerker, Brandmeister bei der Feuerwehr oder staatlich geprüfte Techniker.

Generell seien Warnstreiks nicht geboten und die dementsprechende Ankündigung überzogen, da sich die Tarifvertragsparteien derzeit in zielführenden Verhandlungen befänden, so Sager. „Die Arbeitgeber haben angekündigt, vor der nächsten Verhandlungsrunde im Oktober ein konkretes Angebot vorzulegen.“