Der Deutsche Landkreistag hofft, dass es gelingt, die unabsehbare Zeit der Coronakrise ohne dauerhaften Schaden für die Betriebe und Unternehmen in den Landkreisen zu überstehen. Präsident Landrat Reinhard Sager sagte: „In diesen extremen Zeiten sehen sich viele Gastronomen, Einzelhändler, Handwerker, Kulturschaffende und Mittelständler mit Existenzsorgen konfrontiert. Das betrifft den Buchladen um die Ecke ebenso wie den familiengeführten Industriebetrieb. Viele Gewerbetreibende verfügen nicht über ausreichende Rücklagen, um gegebenenfalls mehrere Monate zu überbrücken. Sie sind daher auf staatliche Liquiditätshilfen angewiesen.“

Er begrüßte vor diesem Hintergrund den Milliardenschutzschild der Bundesregierung für Unternehmen: „Das ist ein entscheidender Baustein, um die Firmen durch die Krise zu bringen. Sollten die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus allerdings über eine längere Zeit aufrechterhalten werden müssen, wird mehr notwendig sein. Betroffene Unternehmer können sich an ihre jeweilige Hausbank wenden, um zügig an die bereitgestellten KfW-Kredite und Bürgschaften zu gelangen, die in grundsätzlich unbegrenzter Höhe zur Verfügung stehen.“ Weitere Möglichkeiten seien die Beantragung von Kurzarbeitergeld sowie von Steuerstundungen.

Sager erinnerte daran, dass in den ländlichen Räumen die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiteten und der Großteil der – oft familiengeführten – mittelständischen Betriebe sowie viele Hidden Champions beheimatet seien. „Aus diesem Reservoir schöpft Deutschland einen wesentlichen Teil seiner ökonomischen Kraft. Besonders bedeutsam sind das produzierende Gewerbe und das Handwerk, wobei 63 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des produzierenden Gewerbes und des Handwerks in ländlichen Räumen arbeiten. Auch dem Tourismus kommt eine tragende Rolle zu.“ Von daher sei von immenser Bedeutung, die Wirtschaftsstrukturen mit allen staatlichen Mitteln zu erhalten.

Die überwiegend von den Landkreisen getragenen kommunalen Sparkassen würden auch in dieser schwierigen Situation ihrer Verantwortung gerecht werden und Bankdienstleistungen jeder Art für Bevölkerung und Wirtschaft weiterhin flächendeckend umfassend zur Verfügung stellen. „Sparkassen sind strukturpolitische Anker in der Fläche. Dessen sind sie sich bewusst und werden mit dieser Verantwortung bewusst umgehen. Lediglich vereinzelt kann es durch Personalkonzentrationen zur vorübergehenden Schließung einzelner Filialen kommen. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit bezogen auf den jeweiligen Landkreis aber insgesamt nicht wesentlich beeinträchtigt.“

Auch den Kommunen werde in der Krise viel abverlangt: „Wir gehen von nicht unerheblichen finanziellen Einbußen aus. Gewerbesteuer und Einkommensteuer werden zurückgehen, Kurtaxe und Bettensteuer fallen vorübergehend sogar ganz aus, um nur einige Effekte zu skizzieren. Gleichzeitig wenden die Landkreise mehr Mittel beispielsweise im Gesundheitsbereich auf, um die Krise zu managen. Auch unter diesem Aspekt hoffen wir, dass die Rechnung der Virologen aufgeht und wir auf dem eingeschlagenen Eindämmungspfad möglichst bald Erfolge verzeichnen können“, so der DLT-Präsident abschließend.

 

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