Der Deutsche Landkreistag spricht sich deutlich gegen die Bundesratsinitiative zur Liberalisierung der Kfz-Kennzeichen aus. Präsident Landrat Dr. Achim Brötel erklärte dazu: „Das können wir gerade in der aktuellen Zeit keinesfalls mittragen. Wir haben in unserem Land große Herausforderungen zu bewältigen, gerade die Kommunen saufen finanziell zusehends ab. Da kann sich die Politik nicht allen Ernstes damit beschäftigen, Entscheidungen über die Aufschrift auf dem Schiffsrumpf zu treffen. Dafür fehlt uns jedes Verständnis.“
Der erhoffte Wiedererkennungs- und Marketingwert sei außerdem eine reine Illusion. Für die Ermittlung von Fahrzeugen und Fahrzeughaltern bei Verkehrsverstößen und strafrechtlichen Delikten würde ein Mehr an möglichen Buchstabenkombinationen sogar die Gefahr von Verwechselungen deutlich erhöhen, so der DLT-Präsident weiter.
Die Zulassung bis zu 320 neuer Kfz-Kennzeichen-Kürzel, zumal ohne historisches Vorbild, würde die Fülle der Unterscheidungszeichen noch unübersichtlicher machen. Buchstabenkombinationen, die nur noch von der lokalen Bevölkerung erkannt und verstanden werden, würden auch keine überregionalen Wiedererkennungs- und Marketingwert entfalten.
Eine weitere Zunahme solcher Buchstabenkombinationen erschwere zudem das Erfassen von Kfz-Kennzeichen durch Unfallbeteiligte, z. B. zur Identifizierung von Fahrzeugen und Personen nach Verkehrsverstößen und Unfällen mit Fahrerflucht. Brötel dazu: „Die Kfz-Kennzeichen haben schon primär keine Marketingfunktion. Sie ordnen Fahrzeuge vor allem einer bestimmten Zulassungsbehörde zu und helfen im Falle von Verkehrsverstößen oder strafrechtlichen Delikten. Mehr mögliche Kombinationen bedeuten an dieser Stelle auch mehr Verwechslungsgefahr.“ Insofern seien die Länder aufgefordert, im Bundesrat am 6.3.2026 gegen die Initiative zu stimmen.