Der Deutsche Landkreistag hat großes Verständnis dafür, wenn die Unternehmen eine weitere Öffnung von Kitas und Schulen fordern. „Dasselbe fordern arbeitende Eltern – ebenfalls vollkommen zu Recht. Mehr Kinderbetreuung ist aus unserer Sicht von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, die Betriebe wieder hochzufahren und zu geordneten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abläufen zurückzukehren“, sagte Präsident Landrat Reinhard Sager.

Über das Portal NWdigital können Bürgerinnen und Bürger bequem Unterlagen beim kommunalen Jobcenter „Neue Wege“ Kreis Bergstraße einreichen. Der Onlinedienst ermöglicht ein schnelles Hochladen von fehlenden Dokumenten und bietet eine Übersicht der bereits eingereichten Nachweise. Am Ende des Prozesses steht auch der fertige Bescheid in digitaler Form zur Verfügung. Das Jobcenter war deutschlandweit das erste, das einen solchen digitalen Dienst angeboten hat. Für seinen innovativen Ansatz, insbesondere eine umfassende Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer schon bei der Entwicklung des Portals, wurde NWdigital mit dem Preis für Gute Verwaltung 2020 ausgezeichnet.

Der Deutsche Landkreistag unterstützt Smarte LandRegionen. Dieses Modellprojekt dient der Förderung und Erprobung innovativer Ansätze neuer und übertragbarer digitaler Lösungen in ländlichen Räumen. Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Hans-Günter Henneke dazu: „Das aktuelle Corona-Geschehen führt allen vor Augen, dass digitale Dienste beispielsweise bei der Gesundheitsversorgung oder bei der Bildung dringend flächendeckend vorhanden sein müssen. Die Landkreise wollen Innovationstreiber sein, wenn es darum geht, neue digitale Angebote und Instrumente zu entwickeln und zu erproben. Daher kooperieren wir sehr gern mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und freuen uns auf eine gute und gewinnbringende Zusammenarbeit. Den 22 Landkreisen, die die erste Hürde genommen haben und in jedem Fall auch unmittelbar profitieren werden, drücken wir die Daumen.“

Aus Anlass der heutigen Vorstellung der Ergebnisse der Steuerschätzung hat der Deutsche Landkreistag Bund und Länder erneut aufgefordert, Landkreise und Gemeinden nicht mit Steuerausfällen und Mehrausgaben infolge der Corona-Pandemie allein zu lassen. Präsident Landrat Reinhard Sager sagte: „Es geht uns um den Ausgleich der Finanzlücke, die Corona in die kommunalen Haushalte gerissen hat. In erster Linie müssen die Länder ihrer Verantwortung gerecht werden und ihre Zuweisungen an die Kommunen erhöhen, und zwar in Form von frischem Geld statt bloßen Kreditermächtigungen. Außerdem erwarten wir vom Bund die Übernahme der coronabedingten Mehrkosten in Höhe von 2,5 Mrd. €. Beides muss jetzt auf den Weg gebracht werden.“

Der Deutsche Landkreistag lehnt Teile des von den Koalitionsfraktionen eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Bevölkerungsschutzgesetzes ab. Skeptisch sieht der kommunale Spitzenverband unter anderem die vorgesehenen Regelungen zur Amtshilfe durch den Bund. „Der öffentliche Gesundheitsdienst ist geprägt von einer Kompetenz der Landkreise und kreisfreien Städte und einer übergreifenden Verantwortung der Länder. Dieser Verantwortung sind Länder und Kommunen in den vergangenen Wochen in herausragender Weise nachgekommen“, sagte DLT-Präsident Landrat Reinhard Sager. Daher sei es für eine erfolgreiche weitere Arbeit unabdingbar, dieses Erfolgsmodell weiterzuführen und nicht durch weitere direkte Kooperationsformen zwischen Bund und Kommunen zu erschweren. „Der Hebel sollte nicht an der falschen Stelle angesetzt werden. Sonst schadet das eher.“

Der Deutsche Landkreistag hat die gestrigen Beschlüsse von Bund und Ländern zur weiteren wirksamen Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens begrüßt. Präsident Landrat Reinhard Sager sagte: „Wir sehen darin eine Bestätigung des bisherigen Ansatzes zur Krisenbewältigung, bei örtlich unterschiedlichen Betroffenheiten auch unterschiedliche Entscheidungen treffen zu können. Wir fahren mit dem derzeitigen abgestuften Vorgehen sehr gut.“ Es müsse auch künftig möglich sein, auf unterschiedliche Situationen in den Landkreisen unterschiedlich zu reagieren. „Die Landkreise benötigen in dieser Hinsicht eine gewisse Beinfreiheit und müssen nach wie vor eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können.“

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