Der Deutsche Landkreistag warnt vor dem Hintergrund der in den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen davor, diese Gebiete und deren Bevölkerung zu stigmatisieren. Präsident Landrat Reinhard Sager sagte: „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass je nach regionalem Ausbruchsgeschehen auf bestimmte Gebiete oder Einrichtungen begrenzte Maßnahmen erforderlich werden. Das wird in der aktuellen Phase der Pandemie in den kommenden Monaten eher der Normalfall sein. Es zeigt, dass unser dezentraler Ansatz funktioniert und geeignet ist, Ausbruchsherde zu isolieren, die Testungen hochzufahren und Quarantänemaßnahmen anzuordnen. Wir sollten damit zufrieden sein, denn das unterstreicht, dass wir es richtig machen und so Schlimmeres verhindern.“

Die Corona-Pandemie hat auch viele ehrenamtliche Initiativen in Schieflage gebracht. Denn auch wenn zwischenzeitlich viele Kontaktbeschränkungen wieder aufgehoben wurden, müssen sie ihre Arbeit immer noch an eine Vielzahl von weiterhin bestehenden Auflagen und neue Rahmenbedingungen anpassen. Das führt zu erheblichen Einschränkungen sowie zusätzlichen Aufwendungen und Kosten. Die Folge: Ehrenamtliche Angebote werden eingeschränkt oder sogar ausgesetzt. Darunter leiden insbesondere Bürger in schwierigen Lebenssituationen und solche, die aufgrund ihrer persönlichen Umstände in der Corona-Pandemie besonders angehalten sind, Kontakte zu minimieren. In den ländlichen Räumen ist es für diese schutzbedürftigen Gruppen beispielsweise schwierig, sich mit Lebensmitteln zu versorgen.

Die Corona-Krise hat bei vielen Menschen ihr Verhältnis zur Digitalisierung geändert. Jeder Dritte (32 Prozent) steht der Digitalisierung seither offener gegenüber, jeder Fünfte (21 Prozent) kritischer. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie im Auftrag der Initiative „Digital für alle“ anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltags am 19.6.2020. Befragt wurden mehr als 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren. Demnach bezeichnen rund drei von vier Befragten (73 Prozent) die Digitalisierung als Chance. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 5 Prozentpunkten. Demgegenüber sieht jeder Vierte (25 Prozent) die Digitalisierung als Gefahr. Das sind 6 Prozentpunkte weniger als 2019. Auch digitalen Technologien stehen die Deutschen offener gegenüber als im Vorjahr. Die große Mehrheit (87 Prozent, +6 Prozentpunkte) sieht sie positiv, jeder Neunte (11 Prozent, -5 Prozentpunkte) negativ. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gibt an, dass sich ihre Einstellung zum Thema Digitalisierung nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie verändert hat – für die meisten zum Positiven. Für 44 Prozent hat sich hingegen nichts geändert.

Der Deutsche Landkreistag unterstützt das mit der heute vorgestellten Corona-App verfolgte Ziel, Infektionsketten noch schneller und breiter unterbrechen zu können. Präsident Landrat Reinhard Sager sagte: „Eine hohe Nutzungsquote ist notwendig, damit die App einen echten Beitrag leisten und die weitere Eindämmung im täglichen Leben erleichtern kann. Uns allen muss aber auch klar sein, dass sie nur ein ergänzendes Instrument ist und dass es nach wie vor entscheidend auf die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter zur Durchbrechung von Infektionsketten ankommt. Die App ist keine Wunderwaffe.“

Anlässlich des heutigen 2. Mobilfunkgipfels hat sich der Deutsche Landkreistag für ein stärkeres Engagement der Bundesregierung beim Netzausbau ausgesprochen. Der Beschluss der Koalition, für den 5G-Ausbau insgesamt 5 Mrd. € im Rahmen des Konjunkturprogramms einzusetzen, sei deshalb sehr zu begrüßen, so Präsident Landrat Reinhard Sager. „Der in einigen Städten bereits begonnene Netzausbau muss sich so schnell wie möglich auch in die ländlichen Räume erstrecken. Soweit dies nicht eigenwirtschaftlich möglich sein wird, muss der Bund auch insoweit Mittel zur Verfügung stellen.“

Arbeitslosengeld II (Alg II) kann bei den 104 kommunalen Jobcentern nun noch einfacher beantragt werden. Mit dem heutigen Tag steht ein digitaler Hauptantrag zunächst in den kommunalen Jobcentern in Hessen und Niedersachsen zur Verfügung. Ab nächster Woche können auch andere kommunale Jobcenter die erste Version in ihr digitales Angebot einbinden. Aufgrund der krisenbedingt gestiegenen Fallzahlen in den Jobcentern wurde die Digitalisierung dieses Online-Projektes kurzfristig beschleunigt.

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